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Geboren in den 60er Jahren, in der damaligen DDR.

Das ist ein Teil meines Lebens - Mein Blog

Geboren in den 60er Jahren, in der damaligen DDR.

Aufgewachsen bin ich in einer Familie, in der der Sozialismus oft wichtiger war als das eigentliche Familienleben. Früh habe ich gelernt, meinen eigenen Weg zu gehen – manchmal gezwungenermaßen.

Berliner Mauer, An der Bernauer Str. mit Blick zum Osten

Berliner Mauer, An der Bernauer Str. mit Blick zum Osten (c) Remo Kurka

Aufgewachsen bin ich in einer Familie, in der der Sozialismus oft wichtiger war als das eigentliche Familienleben. Früh habe ich gelernt, meinen eigenen Weg zu gehen – manchmal gezwungenermaßen.


Es folgte die Einweisung in einen Jugendwerkhof. Später dann die Verurteilung wegen „Behinderung staatlicher Tätigkeit“ (§214 DDR-Strafgesetzbuch). Nur wenige Jahre danach die nächste Eskalation: Verhaftung durch die Staatssicherheit. Untersuchungshaft in Potsdam, Lindenstraße. Einige Monate, die man nicht vergisst.

Entlassung – „mangels Beweisen“.

Berlin Alexanderplatz, 1989, Bahnhof, Alextreff, Hotel Stadt Berlin (c) Remo Kurka

Berlin Alexanderplatz, 1989, Bahnhof, Alextreff, Hotel Stadt Berlin und Werbung "Friedrichstat Palast" Fotografiert vom "Café Rendezvous", vin hinter dem Fenster, wo ich auch mit Chris Gueffroy oberflaechlich befreundet war, welcher im Café Rendezvous gearbeitet hat. Chris Gueffroy (das letzte Todesopfer an der Berliner Mauer, das bei einem Fluchtversuch erschossen wurde). Vor seiner Flucht arbeitete er als gelernter Kellner, hinter der Bar, im Café Rendezvous in der die Rathausstraßen-Passage, dort habe ich Chris damals, im Januar das letzte mal gesehen.
Christian Gaudian war in jener Nacht an der Seite von Chris Gueffroy floh. Ihr Verdacht, dass bei diesem tragischen Ereignis die Stasi im Spiel gewesen sein könnte, ist mehr als nachvollziehbar – die Stasi hatte schließlich überall ihre Finger im Spiel, besonders in der Gastronomie. (c) Remo Kurka

Erinnerung an Chris Gueffroy und das Café Rendezvous
(Januar/Februar 1989)

Chris Gueffroy war ausgebildeter Kellner. Er arbeitete bis zu seinem tragischen Fluchtversuch in der Nacht vom 5. auf den 6. Februar 1989 dort.
Es war im Januar oder Februar 1989. Ich saß wie so oft im Café „Rendezvous“ an der Bar, Rathausstraße, direkt über der Hauptpost am Alexanderplatz. Bedient wurde ich wie so oft, von Chris Gueffroy. Er war ein junger, unheimlich adretter und freundlicher Kellner.

Ich ahnte nicht, dass es das letzte Mal sein würde, dass ich ihn sah. Nur wenige Wochen später, in der Nacht auf den 6. Februar 1989, wurde er am Britzer Zweigkanal bei einem Fluchtversuch erschossen.

Er war der letzte Mensch, der an der Berliner Mauer durch Schüsse sein Leben verlor.Lange Zeit ließ mich ein Gedanke nicht los. Chris war mit einem Kumpel geflohen, der den Versuch überlebte. Da die DDR-Gastronomie damals extrem dicht von Stasi-Spitzeln durchsetzt war, hatte ich jahrelang den starken Verdacht: War dieser andere Typ vielleicht ein IM, der ihn verraten hat?

Heute weiß ich aus den historischen Akten, dass mein Bauchgefühl mich bezüglich der Stasi-Präsenz zwar nicht täuschte, sein Begleiter aber unschuldig war.  Christian Gaudian war kein Spion, sondern selbst ein echtes Opfer dieser Tragödie: Er bezahlte einen hohen Preis: Christian überlebte die Schüsse der Grenzsoldaten nur knapp. Trotz schwerer Verletzungen an Hand und Fuß zeigte die DDR-Justiz keine Gnade.

Sie verurteilte ihn noch im Mai 1989 zu drei Jahren Haft.Die Rettung in den Westen: Er musste die Haft antreten, bis ihn die Bundesrepublik im Oktober 1989 – nur wenige Wochen vor dem Mauerfall – für viel Geld freikaufte.Ein schrecklicher Irrtum: Die beiden waren enge Freunde. Chris wollte unbedingt den Einberufungsbefehl zur NVA umgehen.

Ein falsches Gerücht wurde ihnen zum Verhängnis: Sie glaubten fest daran, der Schießbefehl sei wegen eines schwedischen Staatsbesuchs ausgesetzt worden.

Gerechtigkeit nach der Wende: Dass Christian kein Verräter war, bewies er nach dem Mauerfall. Er trat bei den Mauerschützen-Prozessen als Kronzeuge auf und kämpfte dafür, dass die verantwortlichen Soldaten verurteilt wurden.

Wenn ich heute an diese Zeit zurückdenke, bleibt ein beklemmendes Gefühl, aber auch eine wichtige Gewissheit. In jener Nacht starben keine Geheimnisse der Stasi – es zerbrachen einfach die Träume zweier Freunde, die nur ein paar Wochen vor dem Mauerfall verzweifelt die Freiheit suchten.
STASI und NKWD Gefaengnis und U-Haft, Potsdam, Lindenstrasse, Eine Zelle (c) Remo Kurka

STASI U-Haft, Potsdam, Lindenstrasse, Eine Zelle. Bist 1952 auch ausgiebig vom NKWD genutzt! (c) Remo Kurka

Aufgewachsen bin ich in einer Familie, in der der Sozialismus oft wichtiger war als das eigentliche Familienleben. Früh habe ich gelernt, meinen eigenen Weg zu gehen – manchmal gezwungenermaßen.


Es folgte die Einweisung in einen Jugendwerkhof. Später dann die Verurteilung wegen „Behinderung staatlicher Tätigkeit“ (§214 DDR-Strafgesetzbuch). Nur wenige Jahre danach die nächste Eskalation: Verhaftung durch die Staatssicherheit. Untersuchungshaft in Potsdam, Lindenstraße. Einige Monate, die man nicht vergisst.

Entlassung – „mangels Beweisen“.


Im September 1989 dann die Flucht über Polen, wenige Wochen später die Ausreise nach Westdeutschland.

Nach dem Fall der Mauer bin ich noch einmal zurück in die (noch) DDR. Dort begann ich ernsthaft mit der Fotografie – auch wenn ich schon Mitte der 80er damit angefangen hatte. Nicht ganz ohne Risiko, wie sich gezeigt hat.


Die 90er waren geprägt von Ausprobieren: verschiedene Jobs, unter anderem im Versicherungsbereich, der Versuch, eine Buchhandlung mit Videothek aufzubauen, Außendienst – vieles gesehen, vieles gemacht.

2001 dann mein erster Flug nach Ghana, Westafrika. Ein Land, das mich nicht mehr losgelassen hat. 2004 die Auswanderung nach Wales (Großbritannien).


Dort habe ich von Ende 2005 bis März 2025 in verschiedenen Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern gearbeitet. Eine lange Zeit, viele Erfahrungen, viele Begegnungen. Wales ist bis heute ein fester Teil meines Lebens – auch wenn ich gleichzeitig eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis in Ghana habe. Meine Frau und meine Tochter leben dort.


Der Versuch, in Deutschland wieder im Angestelltenverhältnis Fuß zu fassen, scheitert für mich immer wieder an der Bürokratie. Vor allem an diesem ständigen „Zeugnisse bitte“ – oft aus einer Zeit, die 10, 20 oder sogar 40 Jahre zurückliegt.

In Wales läuft das anders.


Dort ist die erste Frage: „Kannst du das?“
Und wenn nicht: „Wir bringen es dir bei.“


Nicht Papier zählt – sondern Können. Erfahrung. Bereitschaft.


„Zeig uns, was du kannst.“

Und genau das tue ich.

Hier bin ich.


Bereit für neue Herausforderungen.


Ob in der Pflege, in der Fotografie, im Webdesign oder im Schreiben.


Ich bin offen für Zusammenarbeit – aber immer auf Augenhöhe.